Wie zu erwarten, hat der Siegener Schulausschuss in seiner Sitzung am Dienstag dem Rat der Krönchenstadt empfohlen, die Suche nach einem geeigneten Standort für die sog. Universitätsschule und die Vorarbeiten für eine Bewerbung am NRW-Schulversuch Primus einzustellen.

Die Empfehlung wurde einstimmig ausgesprochen - "damit sind wir nicht an der Idee gescheitert, sondern an der Standortfrage", so Michael Groß (Grüne), stellv. Vorsitzender des Ausschusses. "Bitter", befand Joachim Pfeifer, schulpolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, da habe Siegen "eine Chance vertan" und zugleich sein "dreigliedriges Restschulsystem zementiert". Kritik an der "konservativen Mehrheit", die Pfeifers Meinung nach die Uni-Schule verhindert hat.

Rückenstärkung für Rektor und Bürgermeister

Diese Mehrheit wehrte sich im Vorfeld der Sitzung. Unter anderem z. B. die UWG, die stellvertretend Bürgermeister Steffen Mues (CDU) und Uni-Rektor Prof. Dr. Holger Burckhardt verteidigte: Ersterer habe am Ende mit seiner Ablehnung der Uni-Schule Mut bewiesen, mit wachsendem Kenntnisstand seine Meinung zu revidieren. Und Rektor Burckhardt habe von Anfang an klar gemacht, dass die Schule von einer breiten Mehrheit getragen werden müsse, so Hans Günter Bertelmann, der betonte, dass seine Fraktion das Projekt von Beginn an kritisch begleitet habe. Sein Fazit: "Einige verschweigen geflissentlich, dass man lediglich keinen Mut hat, aus den von der Verwaltung vorgeschlagenen Varianten und den sich jeweils daraus für die benachbarten Schulen abzeichnenden Folgen in Anbetracht der Nähe zur Kommunalwahl einen Standort auszuwählen und zu beschließen!"