Die Fußgängerfrequenz in der Sandstraße hat sich reduziert.

"Siegen - Zu neuen Ufern" - alles gut, alles bestens. Heute sollen die letzten Brocken der Siegplatte fallen. Und der Bürgermeister will sich dazu nach dem Mittag selbst in den Bagger setzen, um das Werk zu vollenden, verlautete es am Mittwoch. Welche ein Szenario. Da passte es Steffen Mues nun gar nicht, dass die UWG zum (Teil-)Thema Baustelle Sandstraße/Hindenburgbrücke einen Dringlichkeitsantrag für den am Mittwoch tagenden Rat gestellt hatte.

Beschilderung nicht ausreichend
"Für die Geschäfte an der Sandstraße ist die Frage von enormer Bedeutung", ließ sich UWG-Sprecher Hans Günter Bertelmann nicht beirren. "Es gibt keine ausreichende Beschilderung. Vor allem nicht für Ortsunkundige. Der Fußgängerverkehr ist nachhaltig eingeschränkt." Die Sperrung der Fußgängerüberquerung an Reichwalds Ecke müsse aufgehoben und zum Beispiel durch eine Baustellenampel ersetzt werden.

Kleiner Schlagabtausch
Ja, ob denn eine Sache wie die Beschilderung wirklich in den Rat gehöre, war Mues etwas mürrisch. Und Helga Gaden (SPD) assistierte, im entsprechenden Arbeitskreis sei alles besprochen worden. Was, das mochte sie nicht sagen. Klaus Volker Walter (FDP) passte das nicht: "Keiner weiß, was im Arbeitskreis gesagt wurde." Nach dem kleinen Schlagabtausch kam die dringliche Sache denn doch noch auf die Tagesordnung der Sitzung. Noch vor der Einbringung des Etats 2013 mit den langen Reden von Bürgermeister und Kämmerer.

Michael Stojan: "Wir sind auf einem guten Weg"
Zum Thema Baustelle Sandstraße äußerte sich dann Stadtbaurat Michael Stojan. Jede Woche sei man im Gespräch mit den Anliegern, auch um die Beschilderung zu klären. "Wir sind auf einem guten Weg, es gibt ein hohes Einvernehmen." Und an die Adresse der UWG: "Halten Sie uns nicht von der Arbeit ab."

"Teils derbe Kritik"
Nochmals Bertelmann: "Die Maßnahme an der Hindenburgbrücke sollte erst in drei, vier Wochen kommen. Der Überweg zur Sandstraße ist gesperrt, die Läden dort kriegen Probleme. Wir sind von Geschäft zu Geschäft gegangen. Es gab teils derbe Kritik." Nach Bekanntwerden der Kritik sei man Ende letzter Woche tätig geworden, weitere Schilder seien beauftragt, versuchte der städtische Baustellenleiter Thomas Griese die Lage zu entschärfen. Nicht ganz erfolgreich. Angela Jung (Grüne) legte nach. Ortsfremde wüssten nicht recht, wie sie die Großbaustelle mitten in Siegen umfahren müssten, um ans Ziel zu kommen. "Und die Radfahrer sind vergessen worden. Sie wissen nicht, wo sie herfahren dürfen und wo nicht."

Das Schlusswort hatte sich Bürgermeister Steffen Mues vorbehalten. "Ich bin positiv überrascht, wie gut es mit dem Verkehr und der Umleitung über die HTS läuft." Täglich ein- oder zweimal werde es schwierig. Etwa an der City-Galerie. Aber die sechs, acht Minuten Verzögerung seien nicht schlimm. Mues: "Das Verständnis bei den Leuten ist da."

(Siegener Zeitung, 25.10.2012)